Energie Kreuzlingen legt ein Budget 2025 mit Verlust vor. zVg
07.11.2024 05:00
Viele Kostentreiber im Spiel
Energie Kreuzlingen steht vor grossen Herausforderungen - Hohe Investitionen von 10,3 Millionen Franken
Energie Kreuzlingen rechnet im Budget 2025 mit einem Aufwandüberschuss von gesamthaft 1,331 Millionen Franken. Zurückzuführen ist das Resultat auf den Kostenschub der vergangenen beiden Jahre. Ausserdem ist Energie Kreuzlingen «investitionsgetrieben» wie es am Mediengespräch hiess.
Kreuzlingen Stadtrat Thomas Beringer stellte das Budget 2025 der Energie Kreuzlingen vor. Am 14. November wird der Gemeinderat über eine Vorlage diskutieren, die ein negatives Gesamtergebnis ausweist. «Das hat verschiedene Gründe, einmal ist der Kostenschub der beiden letzten Jahre zu erwähnen, zudem müssen wir zwei neue Stellen besetzen. Ersetzen müssen wir für eine Million Franken auch die mit Erdgas betriebenen Fahrzeuge, darunter ein Lastwagen».
Alternative für Gas
Susanne Bergsteiner, Leiterin Finanzen, ging detaillierter auf das Budget ein. Der Aufwandüberschuss betrage total 1,331 Millionen Franken. Davon entfielen auf die Sparte Elektrizität ein Verlust von 686'000 Franken, auf die Sparte Wärme ein Minus von 445'000 Franken und auf das Wasser ein Defizit von 245'000 Franken. Mit Gewinn stehen die Sparten Dienstleistungen (11'000 Franken) und Zentrale Dienste (30'000 Franken) da. «Während die Betriebs- und Kapitalkosten des Stromnetzes ansteigen, sinken die Abgaben des Bundes», erklärt Susanne Bergsteiner. Der durchschnittliche Energiepreis sinke vor allem aufgrund der Einrechnung von Deckungsdifferenzen um 2,4 Prozent.
Beim Gas rechne Energie Kreuzlingen mit stabilen Preisen, dank der Einrechnung von Deckungsdifferenzen. «Die Gastarife werden wir im Dezember veröffentlichen», ergänzt Susanne Bergsteiner. 2040 ende die Gaslieferung aus Deutschland, davon sei auch die Abschreibung des Gasnetzes betroffen. «Das trifft vor allem die Konsumwärme, Energie Kreuzlingen muss schon jetzt für eine nachhaltige Wärmeversorgung und Zielnetzplanung investieren», so Stefan Wehrli, Leiter Energie Kreuzlingen. Bereits in der Projektierungsphase sei die Fernwärme aus der neuen KVA Weinfelden. «Leitung, Übergabestation und die städtischen Leitungen in Kreuzlingen und Konstanz sind die Herausforderungen».
Versorgungssicherheit im Fokus
Die Sparte Wasser rechne mit stabilen Beschaffungskosten ab Wasserversorgung Region Kreuzlingen, erklärt Susanne Bergsteiner. Allerdings seien Kostensteigerungen in Bau und Unterhalt zu verzeichnen und der Investitionsbedarf sei hoch. 2,2 Millionen Franken werden im Budget 2025 für die Sparte vorgesehen. In die Sparte Wärme will Energie Kreuzlingen im kommenden Jahr 1,5 Millionen investieren, 800'000 in das Gas-Leitungsnetz inklusive Zielnetzplanung, 400'000 Franken in die Projektierung nachhaltige Wärmeversorgung. «Wir sind investitionsgetrieben», erklärt Stefan Wehrli auch im Hinblick auf die Sparte Elektrizität. 4,5 Millionen Franken sind an Investitionen in dieser Sparte im kommenden Jahr geplant. Davon entfallen 2,3 Millionen auf Leitungsnetz inklusive netzdienlichem Batteriespeicher. In Trafostationen sind Investitionen von 800'000 Franken geplant, 2 Millionen fliessen in die Planung des neuen Betriebsgebäudes.
«Energie Kreuzlingen steht in den kommenden Jahren vor zahlreichen Herausforderungen», stellt Stefan Wehrli fest. Neben den Investitionen müsse auch der Unterhalt der Anlagen sichergestellt sein und dürfe nicht vernachlässigt werden. Im Vordergrund stehe die Versorgungssicherheit. So fordere beispielsweise die schnell ansteigende lokale Stromproduktion und wechselnde Energieflüsse einen steigenden Ausbau von Infrastruktur und Kapazitäten. «Die Ballung von Projekten ist sehr hoch», bestätigt auch Stadtrat Thomas Beringer.
Von Kurt Peter