Stefan Geiges (links) und Carlo Parolari setzten den Spaten an. Kurt Peter
12.05.2026 10:50
Was lange währt...
Erde Thurgau begann mit den Arbeiten an der Deponie Bernrain
Für zehn Jahre wird das Areal zwischen Ziegelhüttenstrasse, Bernrainstrasse und A7 zur Deponie für sauberen Aushub. In dieser Zeit werden jährlich 120 000 Kubikmeter Erde angeliefert und die Anlage so etappenweise verfüllt.
Kreuzlingen Er wolle aus gutem Grund alt Bundesrat Ogi zitieren, sagte Verwaltungsratspräsident von Erde Thurgau, Carlo Parolari, anlässlich des Spatenstichs zur Deponie Bernrain am Samstagnachmittag: «Freude herrscht». Nach neun Jahren Planungen sei es endlich soweit, der Baubeginn stehe bevor. Wie wichtig die Deponie Bernrain sei, erläuterte er an den Zahlen. «Jährlich fallen im Kanton Thurgau eine Million Kubikmeter sauberer Aushub an und bei gleichbleibender Bautätigkeit werden die bestehenden regionalen Deponien bald voll sei». Die Deponie Bernrain nehme 950 000 Kubikmeter in zehn Jahren auf, dies in sieben Etappen. «Wir graben nicht ein einziges, grosses Loch sondern halten Teile des Areal immer für landwirtschaftliche Nutzung frei», so Carlo Parolari. Und nach zehn Jahren stehe die gesamte Fläche wieder voll der Landwirtschaft zur Verfügung.
Kurze Transportwege
Aushub falle jetzt schon täglich an. Im Baubewilligungsverfahren sei festgehalten, dass etwa 70 Lastwagen täglich zur Deponie fahren würden. «Angesicht des starken Verkehrs auf der Bernrainstrasse fallen diese Fahrten kaum ins Gewicht, ein grosser Teil davon kommt über die Autobahn». Die Deponie Bernrain sorge zudem dafür, dass keine weiten Fahrten nötig seien. Übrigens sei diese Deponie der Ursprung von Erde Thurgau, einem Zusammenschluss von 14 Bau- und Transportunternehmern. Das Ziel sei es, über genügend Aushub-Deponien im ganzen Kanton verteilt zu verfügen. «Das sind nachhaltige Projekte und wir stehen dabei immer für Transparenz und Kooperation, von Anfang an».
Als Projektleiter der Deponie sei er stolz darauf, «was wir als Team erreicht haben», sagte anschliessend Stefan Geiges. Er habe das Gebiet zwischen Bernrainstrasse und Autobahn A7 schon immer für geeignet gehalten, doch «doch hier eine Deponie alleine zu stemmen war nicht möglich», blickte er auf den Ursprung von Erde Thurgau zurück. Deshalb seien die Unternehmer zur Gründung zusammengekommen. Schon beim Bau der A7 sei das Gebiet als Deponie zur Diskussion gestanden. Das habe dann aber leider nicht geklappt «und so sind massive Mehrkosten entstanden». Auch Stefan Geiges erwähnte die lange Planungszeit und sprach von «locker weit mehr als 1000 Seiten an geschriebenen Berichten, die vor dem heutigen Baubeginn die Ordner füllen». Und Erde Thurgau mache auch etwas für die Natur, denn «nach Abschluss der Deponie in zehn Jahren werden 15 Prozent des Areals als wertvolle ökologische Ausgleichsfläche gestaltet».
Von Kurt Peter