Thomas Knupp (lonks) und Thomas Niederberger präsentierten ein erfreuliches Rechnungsresultat. Kurt Peter
15.04.2026 07:54
Wieder besser als gedacht
Rechnung der Stadt schliesst mit einem Gewinn - Die Verantwortlichen zweifeln an der Nachhaltigkeit
Deutlich besser als budgetiert schliesst die Rechnung 2025 der Stadt Kreuzlingen. Hauptursache sind die höheren Steuereinnahmen, die um 4,2 Millionen höher als erwartet ausfielen. Auch im Hinblick auf die kommenden Investitionen ein erfreuliches Resultat.
Kreuzlingen Das Ergebnis und die Gewinnverwendung seien unter Vorbehalt zu betrachten, die Finanz- und Rechnungsprüfungskommission werde die Botschaft am 23. April diskutieren, der Gemeinderat am 7. Mai, erklärte Stadtpräsident Thomas Niederberger anlässlich der Medienkonferenz. Das Ergebnis lässt sich sehen: Statt des budgetierten Defizits von 3,1 Millionen Franken weist die Rechnung 2025 einen Gewinn von 2,547 Millionen Franken aus.
Fragezeichen für die Zukunft
«Es ist einmal mehr besser gekommen als gedacht», sagte Thomas Knupp, Leiter Finanzen. Hauptgrund für das gute Resultat seien die deutlich höheren Steuereinnahmen sowohl bei den natürlich und auch bei den juristischen Personen. Insgesamt lag der Steuerertrag um 4,2 Millionen Franken höher als budgetiert. «Da der Rückstand aus den Veranlagungen aufgeholt werden konnten, sind die Einnahmen aber auch ein Fragezeichen für die Zukunft und können wohl nicht als nachhaltig bezeichnet werden. Zahlungen aus früheren Jahren machen zwei Millionen Franken aus», so Thomas Knupp. Grosse Abweichungen zum Budget gab es in verschiedenen Positionen, sowohl positive wie auch negative.
Für die Abo-Verbilligungen Stadtbus mussten aufgrund der sehr stark gestiegenen Fahrgastzahlen fast 800'000 Franken mehr als budgetiert bezahlt werden. «Unter dem Strich ist der ÖV im vergangenen Jahr aber ein Nullsummenspiel, vom Bund kamen einmalig 400'000 Franken für die Umstellung auf E-Busse die Entnahme aus der Spezialfinanzierung Parkieren auf öffentlichen Grund belief sich auf 300'000 Franken mehr als im Budget 2025», so Thomas Knupp. Deutlich gestiegen sind die Beiträge für Krankenversicherung und den Verein Spitex.
Mehr investiert als budgetiert
Positiv haben die Rechnung 2025 zudem der tiefere Personalaufwand (- 279'000 Franken), die Grundstückgewinnsteuern (+ 267'000 Franken), der Erlös Eintritte ins Bad Egelsee (+258'000 Franken) und der Anteil der Stadt an den Verkehrssteuern (+ 246'000 Franken). Die Kreuzlinger Steuerkraft von 2704 Franken bezeichnete Thomas Knupp als «Ausdruck der wirtschaftlichen Stärke». Die Stadt habe zudem im vergangenen Jahr kein zusätzliches Fremdkapital aufnehmen müssen. Für Thomas Niederberger war klar: «Das positive Resultat dient den anstehenden Investitionen».
Diese lagen 2025 mit 17,8 Millionen Franken über den budgetierten 14,4 Millionen. Am meisten wurde mit 5,4 Millionen Franken ins Bad Egelsee investiert, gefolgt von Gewässerverbauungen mit 2,2 Millionen und der Feuerwehr mit 1,3 Millionen Franken. Offene Verpflichtungskredite gibt es über 98,635 Millionen Franken, davon entfallen, unter anderem, auf das Stadthaus 31,376 Millionen, auf die Bodensee-Arena 26,565 Millionen, auf das Parkhaus Festwiese 11,526 Millionen und auf Gemeindestrassen 9,6 Millionen. Der Stadtrat schlägt dem Gemeinderat vor, 2,5 Millionen Franken der neuen Rechnung zu übertragen.
«Nach wie vor gibt es Ungewissheiten, die uns herausfordern», hielt Thomas Niederberger fest. Er erwähnte unter anderem die Energie- und Sicherheitslage, den Konjunkturverlauf, Inflations- und Zinsentwicklung. Die Erhöhung des Steuerfusses «ist allenfalls auf 2029 durch den Wegfall der Liegenschaftensteuer vorgesehen, die Lage muss aber von Budget zu Budget beobachtet werden».
Von Kurt Peter