07.11.2024 05:00
Zum Wohl von Mensch und Tier
Stadt und Tierparkverein investieren in Neubauten - Baurechtsvertrag gibt den Partnern Sicherheit
Der Tierpark soll neu gestaltet und vergrössert werden. Zudem ist der Bau eines neuen Ökonomiegebäudes geplant. Von den Kosten soll die Stadt die Hälfte übernehmen. Um die Massnahmen zu ermöglichen, wird auch ein Baurechtsvertrag abgeschlossen.
Kreuzlingen Der 1965 gegründete Tierpark soll vergrössert, umgestaltet und mit neuen Bauten versehen werden. Zudem sieht die am 14. November dem Gemeinderat vorliegende Botschaft den Abschluss eines Baurechtsvertrages vor. «Der Tierpark gehört zweifellos zu den beliebtesten Freizeitanlagen der Stadt und die Attraktivitätssteigerung sowie die rechtliche Absicherung entsprechen einem Bedürfnis», begründet Stadtpräsident Thomas Niederberger die Botschaft.
Rasante Entwicklung
Mit dem Kauf des Seeburgareals 1958 entstand auch der Wunsch von Tierfreunden, im Park ein Tiergehege einzurichten. Der 1965 gegründete Tierpark entwickelte sich schnell und 1996 wurde das Konzept angepasst: Es sollten hauptsächlich nur noch bedrohte Tierrassen gehalten werden. In der Folge wurden 2005 ein Bach im Tierpark angelegt, 2013 ein Klettergarten für Ziegen errichtet und 2018 ein provisorisches Gehege südlich des Tierparks gebaut. Diese Beweidung ist auf fünf Jahre befristet. Der Tierpark plant, die Fläche der ehemaligen Tennisplätze als neue Weide zu nutzen.
Um die Rahmenbedingungen für eine Sicherung und Weiterentwicklung des Tierparkbetriebs zu klären, wurde vom Stadtrat ein Planungskredit von 40'000 Franken gesprochen, mit 20'000 Franken beteiligte sich der Tierpark. Die Planungen beinhalten alle Rückbauarbeiten im Bereich der Tennisanlage und des Tierparks, die Projektplanung sowie eine Kostenschätzung für die umfassende Neugestaltung des Tierparks.
Bessere Bedingungen für Personal
«Nun liegt das Projekt vor», so der zuständige Stadtrat Daniel Moos. Vor allem der Beizug eines landwirtschaftlichen Bau- und Architekturbüros sowie Experten vom Arenenberg habe eine einfache und funktionale Umsetzung gefördert. Kernstück ist das neue Ökonomiegebäude mit neuen Stallungen und einem Futterlager im Erdgeschoss. Ebenfalls im Erdgeschoss wird ein Pumpschacht inklusive der Abwasserleitung eingebaut. Denn bis heute sind keine sanitären Anlagen im bestehenden Ökonomiegebäude vorhanden. Im Obergeschoss befinden sich Garderoben, WC's und Duschen für die Mitarbeitenden. Diese Einrichtungen sind vorgeschrieben und daher zwingend zu installieren. Zudem steht ein Aufenthaltsraum mit Teeküche, der auch als Besprechungszimmer genutzt werden kann, zur Verfügung.
Der neue Weideunterstand West wird auf einer Teilfläche des ehemaligen Clubhauses des Tennisclubs erstellt. Entlang der Mauer zum Kräutergarten entstehen tiergerechte einfache Stallungen vor allem für Schafe und das populäre Hausschwein. Ein Vorteil ist, dass die neuen Ställe mit einem mauerseitigen Zugang verbunden sind, so dass ein Weidewechsel ohne Konflikte mit «nicht so netten tierischen Zeitgenossen zukünftig möglich ist», wie es in der Botschaft heisst.
Maximaler Beitrag 750'000
Die Kosten für alle vorgesehenen Bauten belaufen sich laut Botschaft auf 1,5 Millionen Franken. Die Hochbauten werden mit 570'000 Franken beziffert, Umgebungsarbeiten und Erschliessung Zäune mit 275'000 Franken. In die Photovol-taikanlage werden knapp 50'000 Franken investiert, der Tierparkverein beantragt für die Neugestaltung einen Beitrag an diese Kosten von 750'000 Franken. Der Stadtrat hält in der Botschaft aber fest, dass «eine Kostenbeteiligung über 50 Prozent der ausgewiesenen Baukosten nicht geleistet wird und der maximale Beitrag 750'000 Franken beträgt».
Betriebsbeitrag erhöhen
Bisher arbeitete der Tierpark auf städtischem Land ohne konkrete rechtliche Sicherheit. Das soll sich nun ändern. Der Gemeinderat wird auch über einen Baurechtsvertrag zwischen der Stadt und Tierparkverein befinden. Aktuell besteht keine vertragliche Grundlage für die Nutzung der Fläche durch den Tierparkverein. «Vor allem sind die Eigentumsverhältnisse der Gebäude und Infrastrukturen nicht geregelt», heisst es in der Botschaft. Ein Baurechtsvertrag werde für Klarheit und Rechtssicherheit sorgen. Der Vertrag umfasst eine Gesamtfläche von 20'000 Quadratmeter und wird auf 50 Jahre mit der Möglichkeit auf Verlängerung abgeschlossen. Der Baurechtszins beträgt jährlich 30'653 Franken, «wird aber bis auf weiteres erlassen», wie Thomas Niederberger festhält. Der Tierparkverein beantragt zudem die Erhöhung des jährlichen Betriebsbeitrages von 80'000 auf 100'000 Franken ab dem Jahr 2026. Betriebsbeitrag und subventionierte Miete sind auch in der Leistungsvereinbarung festgehalten.
Von Kurt Peter